cello | jessica kuhn


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1. Konzert am Freitag, 03.03.2017
19.30 Uhr Johannissaal Schloss Nymphenburg

F O R E L L E


Zur festlichen Eröffnung der Jubiläumssaison erleben Sie drei wunderbare Werke in teils ungewöhnlichen Besetzungen.

Zunächst zum Spätromantiker Friedrich Gernsheim, Sohn einer angesehenen jüdischen Familie aus Worms, der als Wunderkind auf Geige, Klavier und als Komponist bei seinem Debutkonzert, gerade 11 –jährig, gefeiert wurde und als „petit Mozart“ in aller Munde war. Er wirkte in unterschiedlichen Positionen (als Musikdirektor, Lehrer, Kapellmeister) in Saarbrücken, Köln, Rotterdam und Berlin. Musikalisch wurde Gernsheim von Felix Mendelssohn und Robert Schumann geprägt und war sein Leben lang in Freundschaft mit Johannes Brahms verbunden.

Gernsheim wirkte stark auf das Musikleben Deutschlands ein und war auch über die Grenzen hinaus bekannt und berühmt. Doch sein Name und sein umfangreiches Werk – erwähnt seien vier Sinfonien, drei Klavierquartette, zwei Cellosonaten, fünf Streichquartette – wurden nur 17 Jahre nach seinem Tod, nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten in Deutschland, aus der Musikgeschichtsschreibung ausradiert und erst vor gut zehn Jahren wieder zum Leben erweckt. Das Werk des heutigen Abends bewegt unmittelbar mit seiner warmen und Energie sprühenden, kompositorisch ausgereiften Musiksprache. Die ersten beiden Sätze schrieb er 1859 in Paris, frisch verliebt in eine seiner Schülerinnnen. 1864 wurde es in Saarbrücken vollendet.

Franz Schubert dagegen rang in seinem nur 31 Jahre währenden Leben stets um Anerkennung – suchte allerdings auch kaum die Öffentlichkeit – und verdiente einige Jahre als Schullehrer sein Geld. Als er sich schließlich ganz dem Komponieren widmete fand er zunächst wenig Interesse bei den Verlegern und seine Freunde sorgten für sein Auskommen. Dies besserte sich zum Ende seines Lebens hin, doch brauchten seine Sinfonien, Messen und Opern noch lange bis zu ihrer Veröffentlichung. Auch hier waren Robert Schumann und Felix Mendelssohn von großer Bedeutung – wenn auch nach Schuberts Tod. Durch ihre Initiative wurde die große C-Dur Sinfonie 1839 (unter Mendelsohns Leitung) uraufgeführt und sein Werk der Öffentlichkeit nahegebracht. Es dauerte sogar bis 1865, bis auch die Unvollendete Sinfonie durch den Dirigenten Johann von Herbeck ihre Uraufführung erlebte.

Das „Forellenquintett“, das Schubert um 1819 in Steyr, Österreich, komponierte und in Wien vollendete - der Musikmäzen und Amateur-Cellist Sylvester Paumgartner hatte es in Auftrag gegeben – wurde nach seinem Tod 1829 gedruckt. Der zentrale Satz sind Variationen über Schuberts Lied „Die Forelle“ von 1816/17, das mit seinem heiteren und unbeschwerten Charakter den Gestus des Werkes bestimmt.

Yumiko Nishida, geboren in Nagoya, zählt zu den berühmtesten Komponistinnen Japans. Im Kindesalter studierte sie bereits Komposition und schloß ihre Studien an der Münchener Musikhochschule ab. Ihre musikalische Sprache ist erfindungsreich, spannend und leicht verständlich für den Hörer, wodurch sie ein breites Publikum erreicht. Sie komponierte zahlreiche Werke für unterschiedlichste Besetzungen, wie zum Beispiel „Sternenfunkeln“ für Klavier und Orchester oder „Jenseits der Träume“ für Violine.


Programm F O R E L L E:

Friedrich Gernsheim
(1839-1916)
Klavierquartett Es-Dur op. 6 Nr. 1 (1859/1864)

Allegro ma non troppo
Allegro vivace assai
Andante con moto
Allegro con briio
Yumiko Nishida
(*1951)
Tensei (Reincarnation) für Kontrabass solo (1981)
Franz Schubert
(1797-1828)
Forellenquintett A-Dur op. post. 114 D 667 (1819)

Allegro vivace
Andante
Scherzo – Presto
Thema – Andantino – Variazioni I–V – Allegretto

Ingolf Turban – Violine
Wen Xiao Zheng – Viola
Jessica Kuhn – Violoncello
Ryutaro Hei – Kontrabass
Anna Magdalena Kokits – Klavier



Das Konzert findet im Johannissaal, Schloss Nymphenburg, München, statt.

Kartenbestellungen per Mail an sonorizzonte@jessicakuhn.de
Telefonisch unter 0151 / 20 977 881 und an der Abendkasse eine Stunde vor Beginn.

Programmänderungen vorbehalten.